C :: Buttisholz – Kraftorte

1  Friedhofskapelle St. Michael š

Die dem Heiligen Michael geweihte Totenkapelle ist zugleich Torhaus zur in sich geschlossenen Kirchanlage. Der Altar mit St. Michael datiert aus dem 18., der fragmentarisch erhaltene Freskenzyklus, der das ursprüngliche St. Blasius-Patrozinium darstellt, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die tiefen Kräfte im einfach gehaltenen Längsbau mit Dachreiter unterstützen mit ihren abbauenden Qualitäten Trauer und Abschied. Verweilen Sie hier nicht allzu lange.


2  Pfarrkirche St. Verena

Durch das Tor von St. Michael und vorbei am Friedhof treten Sie ein in die grosse, helle und festlich wirkende spätbarocke Landkirche. Sie ist der Heiligen Verena geweiht, deren Standbild Sie über dem Portal und im Chorraum empfängt. Die seit 1036 belegte, mehrmals veränderte, vergrösserte und neu errichtete Kirche dürfte in ihren Ursprüngen jedoch älter sein. Sie finden im Chor wie auch ausserhalb des Südchors hohe, neutrale Kräfte vor, wie sie in früh- und vorchristlicher Zeit gerne für kultische Handlungen genutzt wurden.

3  Bildstöcklein bei hoher Buche über Soppisee

Nach Passieren des Soppiseewalds und Überqueren der Hauptstrasse führt Sie der Wanderweg auf erhöhter Geländestufe Richtung Soppisee. Vorbei an einem kleinen Moor und einem Rebberg gelangen Sie zu einem tollen Aussichtspunkt mit Bildstock, Bänken und hoher Buche. Ist Ihnen schon aufgefallen, dass die Bänke meist besetzt sind? Die Kräfte sind hier hoch und aufbauend. Probieren Sie den Platz aus und geniesse Sie die Aussicht auf See und Berge. Atmen Sie durch, tanken Sie Kraft, kommen Sie zu sich.


4 Kapelle Seehof

Sie folgen dem Seeufer nach Westen und bleiben bis zur kleinen, fast etwas unscheinbaren Seehofkapelle auf dem Quartiersträsschen. Die von einer schlanken Birke beschirmte Kapelle, die unter Denkmalschutz steht, gehört zum nahen Hof und ist in der Regel geschlossen, Sie können aber durch das Fensterchen in der Türe hineinschauen. Da es sich um einen starken, wahrscheinlich schon früh genutzten Platz handelt, ist ein Besuch angebracht.


5  Soppisee

Nach der letzten Eiszeit vor 15’000 Jahr bildete sich beim Rückzug der Gletscher der idyllische kleine See. Seinen Namen verdankt der Weiher dem Borstgras, das in der Gegend auch Soppa genannt wird. Spazieren Sie gemütlich um den See und tanken Sie auf einem der schönen Aussichtsplätze die wohltuend aufbauenden Kräfte. Wie es hier wohl ausgesehen hat in der Mittelstein- und in der Eisenzeit, als das Seeufer besiedelt war? Archäologische Grabungen brachten Reste von Feuerstellen sowie einen Eisenschmelzofen zutage.


6  Hof Soppensee

Ihr Weg führt Sie mitten durch den grossen Hof Soppensee, auf dem unter anderem Lamas, Schafe und Esel gehalten werden. Sie haben viel Platz auf der sonnigen Weide und kommen neugierig näher. Oberhalb der Wiese fällt Ihnen die kleine Soppisekapelle mit ihren hohen und aufbauenden Kräften auf.

Beim Weitergehen kommen Sie an der Tanne hinter dem Wohnhaus vorbei, deren Umgrund die Bewohner zur Gestaltung eines Zwergenlandes inspiriert hat. Verweilen und schauen Sie. Sind Sie mit Kindern unterwegs, ist es geradezu ein Muss, hier einen kreativen Halt einzuschalten und einander Zwergengeschichten zu erzählen.


7 Hof Soppestig

Der Wanderweg führt Sie durch Wiesen und Wald hinauf zum Hof Soppestig mit seiner Pferdehaltung. Das Strässchen an den Wohnhäusern vorbei folgt einer alten Kraftlinie. Sie befinden Sie sich in einer aufbauenden Energiezone, spüren Sie? Nach Überqueren der Hauptstrasse wählen Sie mit Vorteil das Strässchen für Ihren Aufstieg zur St. Ulrichskapelle und nicht den Wiesenweg.


St. Ulrichskapelle

Beim Hof Charpfli heisst Sie die schlichte, spätgotische St. Ulrichskapelle willkommen. 1468 erstmals urkundlich erwähnt, wurde das Gotteshaus mehrmals umgestaltet. Schauen Sie sich die Altäre etwas genauer an, es lohnt sich.

Stehen Sie vor einen der beiden Seitenaltäre und spüren Sie die erhöhte Kraft.


9 Wallfahrtskapelle St. Ottilien

er achteckige Zentralbau im Rokokostil wurde im Jahre 1669 durch den Luzerner Patrizier und Architekten zur Gilgen an der Stelle von zwei belegten Vorgängerbauten errichtet. Eine zierliche, fast schwebend in Erscheinung tretende Kapelle erwartet die Gläubigen und nimmt sie auf in einen hellen, beinahe runden, harmonischen Raum mit Rokokostuckaturen. Hier können Sie sich so wohlig geschützt fühlen, wie die Perle in ihrer Muschel.

Treten Sie ein, stehen Sie entspannt vor den Hochaltar und spüren Sie den Kraftort.


10 Ehemalige St. Ottilienquelle

Wie kommt die Heilige Ottilie, mit der ein vorchristliches Quellheiligtum christianisiert wurde, an den Rotbach? Das Land gehört zum Anrainer Hof, ebenso die Pappel, einige Meter unterhalb des Gotteshaueses. Gepflanzt wurde sie von einem der Voreigner des Hofes. Und zwar ganz bewusst an exakt diesen Ort, denn die ehemals vorhandene Quelle gab noch immer etwas Wasser ab und die Pappel eignet sich gut, um dieses aufzufangen, damit die leicht abfallende Weide trocken bleibt.


Quelle: Forschungsstelle Kraft- und Kulturorte Schweiz


Quellen

Hörsch, W. (05.05.2009). Buttisholz. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS).
www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D635.php (24.07.2018).

Reinle, A. (1956). Das Amt Sursee. In: Die Kunstdenkmäler des Kantons Luzern, Band IV. (Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 35). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern.

Raeber, M. (1989). Die Wallfahrtskapelle St. Ottilien bei Buttisholz LU (Schweizerische Kunstführer, Nr. 459). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern.

Print Friendly, PDF & Email